Düstere Pracht am Abend in den Kasematten

Labyrinth ähnliche Gänge führen unter der Altstadt hindurch. 17 km davon sind erhalten und in die Felsen gebrochen. Ihre Aufgabe bestand darin, die verschiedenen Werke der Festungstadt Luxemburg unterirdisch miteinander zu verbinden. Als diese vor 150 Jahren aufgelöst wurde konnte niemand ahnen, dass sich die Kasematten zur größten Sehenswürdigkeit der Hauptstadt entwickeln könnten. Rund 130.000 Besucher wurden 2016 in den Gängen gezählt. Sie sind Teil des Weltkulturerbes der UNESCO in Luxemburg. Ein Besuch am frühen Abend ist etwas Besonderes.

Es gibt sie nur einmal in dieser Form auf der Welt. Ganze Regimente konnten bei Kriegsangriff in den Kasematten Unterschlupf finden; sie dienten auch der Bevölkerung als Unterstand. Große Mengen an Gemeinschaftsverpflegung bei Stadtbelagerungen konnten hier einwandfrei gelagert werden.

Die Kasematten erinnern an die bewegte Geschichte der Festungsstadt Luxemburg. Zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert gehörte das ehemalige Luxemburg zu Burgund, zu den spanischen und österreichischen Niederlanden und zu Frankreich. In den Jahren 1815 bis 1867 war Luxemburg Bundesfestung des deutschen Bundes. Jeder Inhaber der Festung war daran interessiert, die Militärbauten weiter auszubauen und zu verbessern. Nur so konnte Luxemburg zu einem der stärksten Plätze in Europa werden und verdiente sich den ansehnlichen Namen „Gibraltar des Nordens“.

Viele Besucher kennen Vauban als der größte Militäringenieur der Geschichte. Auch er hat in Luxemburg gewirkt. Die Verteidigungsanlagen der Stadt begriffen drei Festungsgürtel mit 24 Festungswerken und 16 weiteren Anlagen. Dazu gehörten diese geheimnisvollen unterirdischen Gänge, die Kasematten. Einst hatten sie eine Gesamtlänge von 23 km. Sie sind auf verschiedenen Ebenen in die Felsenuntergrund der Hauptstadt gebrochen. Manche führen bis zu 40 m in die Tiefe.

Die Bock-Kasematten wurden zur Zeit der österreichischen Niederlande, in den Jahren 1745/46 angelegt und umfassen 1.100 m2. Rund 1.200 Soldaten und ca. 50 Kanonen konnten hier untergebracht werden. Nach der Schleifung der Festungsanlagen, 1867, wurden einige Gänge verschüttet oder abgebrochen, so dass bis heute rund 17 km davon erhalten blieben.

Die Kasematten am Bockfelsen können bis zum 30. September täglich zwischen 10.00 Uhr und 20.30 Uhr besichtigt werden. Drei geführte Besichtigungen in verschiedenen Sprachen werden täglich um 11.00 Uhr, 16.00 Uhr und 18.00 Uhr angeboten. Eine Erkundung auf eigene Faust bei Dämmerung erlaubt diese düstere Pracht alleine zu genießen.

Der Reisepass Luxembourg Card, jetzt auch als App erhältlich, gewährt dazu freien Eintritt. Die Freizeitkarte bietet gratis Zugang zu 60 Sehenswürdigkeiten, davon 14 in der Hauptstadt. Museen und Stadtführungen gehören einschlägig zum städtischen Angebot.

Ein City Trip nach Luxemburg begreift mehr als nur eine Besichtigung der Kasematten. Wer mehr erfahren will, was genau vor 150 Jahren geschah, als entschieden wurde Luxemburg als Festungsstadt aufzulösen, folgt der Stadttour Wenzel. Der geschichtsträchtige Pfad führt während 100 Minuten durch 1000 Jahre Stadtgeschichte.

http://www.visitluxembourg.com/de/ansicht/castle/bockkasematten

Veröffentlichungsdatum
19 April 2017
Autor
Luxembourg for Tourism
Visit New Logo
Pressemitteilung herunterladen Fotos herunterladen

Newsletter

Abonnieren Sie unseren Newsletter und erhalten Sie regelmäßig Neuigkeiten über Pressemitteilungen, Presseberichte, Pressereisen und vieles mehr.